Ungeklärte Morde an Erwachsenen 2010-20192010-Mord an Maria Bögerl - Festnahme/wieder frei

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2010-Mord an Maria Bögerl - Festnahme/wieder frei

Ungelesener Beitrag von Patty » So 14. Dez 2014, 12:44

PP Ulm - Heidenheim - Soko Flagge/Entführungs- und Tötungsdelikt Bögerl
Tatort
Heidenheim
Tatzeit/-raum
12.05.2010
Sachverhalt
Am Mittwoch, 12. Mai 2010, zwischen 10.30 Uhr und 11.00 Uhr wurde Frau Maria Bögerl aus ihrer Wohnung in Heidenheim-Schnaitheim von unbekannten Tätern entführt. Gegen 11.25 Uhr erhielt der Ehemann der Entführten eine telefonische Lösegeldforderung über 300.000 Euro. Der Anrufer meldete sich mit dem Namen Schmid (phonetisch). Er sprach einen regional typisch schwäbischen Dialekt und verwendete die Formulierung "machen Sie keine Sperenzchen". Der Anrufer wirkte dabei ruhig und beherrscht. Der Ehemann der Entführten beschreibt die Stimme des Anrufers als männlich Person mittleren Alters.

Eine Lösegeldübergabe am Nachmittag des Entführungstages scheiterte. An der mit einer Deutschlandflagge markierte Übergabestelle an der A 7 in Fahrtrichtung Würzburg auf Höhe der Gemeinden Großkuchen und Nietheim holten die Täter das deponierte Lösegeld nicht ab. Das Opfer wurde mit seinem eigenen PKW, Mercedes Benz, A-Klasse, schwarz, amtliches Kennzeichen HDH-MB 770 entführt. Am Freitag, 14. Mai 2010 wurde das Fahrzeug im Innenhof des Klosters Neresheim aufgefunden.

Am 3. Juni 2010 entdeckte ein Spaziergänger die Leiche von Maria Bögerl im Wald zwischen Nietheim und Niesitz. Sie lag versteckt unter Ästen und Reisig. Die Obduktion ergab, dass Maria Bögerl erstochen worden war. Bei der Tatwaffe dürfte es sich um ein größeres Messer handeln.

Die Täter bewegten sich am 12. und 13. Mai 2010 im Gebiet zwischen Heidenheim-Schnaitheim, Ebnat und Neresheim. Dabei spielt nicht nur das Fahrzeug des Opfers, die schwarze A-Klasse, sondern sehr wahrscheinlich noch andere, der Polizei nicht bekannte Fahrzeuge, insbesondere Zweiräder (Fahrrad oder Krafträder), eine Rolle, die von den Tätern zur Tatausführung genutzt wurden. Nach Auffassung der Polizei waren die Täter hierbei auch auf wenig befahrenen Nebenstraßen sowie Wald- und Landwirtschaftswegen unterwegs.

Die Polizei geht davon aus, dass sich die Täter in der Region gut auskennen und die Lebensumstände der Opferfamilie, den Geldablageort und den Abstellort des A-Klasse Mercedes im Kloster Neresheim ausgekundschaftet haben. Auch ist davon auszugehen, dass in unmittelbarer Nähe zum Leichenfundort Tatvorbereitungen getroffen wurden. So ist der über 2 m lange Stock für die Flagge hier aus dem Wald entnommen und vorbereitet worden.



Die Ermittler der Soko bitten um Hinweise zu folgenden Fragen

• Wer kann Angaben zu Personen machen, die sich am 12. Mai 2010 oder in den Tagen und Wochen davor im Wohngebiet um die Baindtstraße in Heidenheim-Schnaitheim aufhielten?

• Wer kann Angaben zu Personen machen, die sich am 12.05.2010, nach 10.30 Uhr mit dem zur Tat benutzten schwarzen Mercedes Benz A-Klasse mit dem amtlichen Kennzeichen HDH-MB 770 des Opfers in dem Raum zwischen Heidenheim-Schnaitheim und Neresheim insbesondere auch auf Nebenstraßen oder Wald- und Landwirtschaftswegen bewegt haben?

• Wer hat am 12. Mai 2010 nach 10:30 Uhr, im Raum Nietheim, Großkuchen, Niesitz, Ebnat, Elchingen und Neresheim den zur Tat benutzten schwarzen Mercedes Benz A-Klasse mit dem amtlichen Kennzeichen HDH-MB 770 des Opfers gesehen?

• Die Polizei geht davon aus, dass die schwarze A-Klasse am 12. und 13. Mai 2010 in Neresheim in dem Wohngebiet zwischen der Heidenheimer Straße und der Sudetenstraße geparkt war. Wer kann dazu sachdienliche Angaben machen?

• Der schwarze Mercedes Benz A-Klasse, HDH-MB 770 wurde am 12. oder am 13. Mai 2010 von den Tätern im Innenhof des Klosters Neresheim abgestellt (siehe Bild 3). Wer kann sich erinnern, dass ihm dieses Fahrzeug an der engen Toreinfahrt in den Innenhof des Klosters Neresheim entgegenkam oder auf dem Parkplatz im Innenraum aufgefallen war?

• In der Nähe des abgestellten Opferfahrzeuges wurden mehrere Zigarettenkippen von selbst hergestellten Zigaretten der Marke Gizeh (Hülsen) aufgefunden. Die Polizei sucht die Person, die die Kippen hinterlassen hat, dringend als Zeugen.

• Aus dem Besitz von Frau Bögerl fehlt ein Schlüsselbund. An diesem befand sich ein Autoschlüssel für einen Mercedes Benz, zwei Sicherheits-Türschlüssel sowie ein beschädigter Mercedesstern (siehe Bild 1 - Vergleichsstück ohne Beschädigung). Zu dem fehlenden Schlüsselbund bittet die Polizei um Hinweise.

• Das am 14. Mai 2010 im Innenhof des Klosters Neresheim aufgefundene Fahrzeug des Opfers kann bereits am Tattag, 12. Mai 2012, oder am Feiertag, 13. Mai 2012 (Christi Himmelfahrt), dort abgestellt worden sein (siehe Bild 3). Wer hat speziell Bildaufnahmen vom Kloster Neresheim und seiner Umgebung, vom Klosterinnenhof und von den Parkplätzen auch vor dem Kloster in der Zeit vom 12. Mai 2010 bis zum 14. Mai 2010 gefertigt und kann diese Bilder der Polizei vorübergehend zur Verfügung stellen?

• Bei der Tatausführung wurde eine Handschließe benutzt. Die Metallhandschließe trägt auf beiden Handschließenelementen in Großbuchstaben die Herstellerbezeichnung „BIANCHI“. Auf der Rückseite befindet sich der Schriftzug „Taiwan“. Die Schließe ist nicht neuwertig und zeigt Gebrauchsspuren (siehe Bild 2). Wo wurden in der Vergangenheit solche BIANCHI-Handschließen ohne Modellbezeichnungen wie z. B. 500 oder 505 angeboten oder bei Personen gesehen? Auch Informationen von möglichen Vertriebswegen sind von Interesse.

• An der BAB A7 war die Geldablagestelle mit einer großen Deutschlandflagge, die an einem über 2 Meter langen Stock auf einem Erdwall entlang der Autobahn aufgestellt wurde, gekennzeichnet. Die Geldübergabestelle befindet sich in Fahrtrichtung Würzburg bei km 796,5 auf Höhe der Gemeinden Großkuchen und Nietheim. Wer hat diese Flagge am 12. Mai 2010 oder auch im Zeitraum davor dort bemerkt und kann Hinweise zum Zeitpunkt (Uhrzeit) seiner Feststellung der Flagge geben?

• Der Stock, an dem die Flagge befestigt worden war, ist aus dem Wald nahe des Leichenfundortes entnommen worden. Der über 2 m lange Stock wurde möglicherweise zu Fuß zum ca. 1,4 km entfernten Ort der Geldübergabestelle gebracht. Wer hat im Wald zwischen Nietheim und Ebnat eine entsprechende Beobachtung gemacht?

• Am 12. Mai 2010, vormittags, dem Tag der Entführung von Frau Maria Bögerl, wurde vor dem Rathaus Niederstotzingen ein älterer blauer Kastenwagen gesehen. In diesem Fahrzeug saßen zwei männliche Personen mittleren Alters. Das Fahrzeug hatte höchstwahrscheinlich ein Kennzeichen aus der dortigen Region (HDH, AA, GZ, UL). Die Soko Flagge sucht die Personen, die sich in diesem Fahrzeug befanden, als Zeugen und bittet diese sich zu melden.

• Die Polizei ist weiterhin sehr an einem Kontakt mit dem Verfasser eines anonymen Briefes an die Sonderkommission vom 18. Mai 2010 interessiert und bittet diesen, sich – auch anonym – bei der Soko Flagge erneut zu melden.


Für Hinweise, die zur Ermittlung und Ergreifung des Täters oder der Täter führen ist von privater Seite eine Belohnung in Höhe von 14.000 € und von Seiten der Staatsanwaltschaft in Höhe von 16.000 € ausgesetzt.
Die von der Staatsanwaltschaft ausgesetzte Belohnung ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Amtsträger bestimmt, zu deren Berufspflichten die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört. Über die Zuerkennung bzw. Verteilung der Belohnungen bei mehreren Hinweisgebern wird unter Ausschluss des Rechtsweges nach rechtskräftiger Erledigung der Strafsache entschieden.
Personenbeschreibung
Größe
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Erscheinung
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Augenfarbe
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Geschlecht
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Figur
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Scheinbares Alter
---
Haarfarbe
---

Besondere Hinweise
Im beigefügten PDF finden Sie den Sachverhalt ergänzt mit weiteren Bilder.
Ausschreibende Dienststelle
Polizeipräsidium Ulm
Münsterplatz 47
89073 Ulm
Telefon: (07161) 63-2222
E-Mail: Ulm.kd.soko-flagge@polizei.bwl.de...

Belohnung
In Höhe von bis zu 30.000 Euro. (Siehe Sachverhalt)
Bilder
gesuchter Schlüsselbund (Vergleichsstück)
Handschellen Marke "BIANCHI"
Parkplatz Kloster Neresheim

Dokumente Soko Flagge
http://www.polizei-bw.de/Fahndung/Dokum ... ildern.pdf

Sachverhalt Soko Flagge mit Bildern.pdf
Sachverhalt Soko Flagge mit Bildern
2614 KB

http://www.polizei-bw.de/Fahndung/Seite ... lagge.aspx
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Re: 2010-Entführungs- und Tötungsdelikt an Maria Bögerl

Ungelesener Beitrag von Patty » So 14. Dez 2014, 13:34

Entsetzen nach Selbstmord von Thomas Bögerl Eine ganze Familie ist zerstört
11. Juli 2011, 20:24 Uhr

Trauer und Fassungslosigkeit in Heidenheim: Der offensichtliche Selbstmord von Sparkassenchef Thomas Bögerl schockt Freunde und Weggefährten. Von Malte Arnsperger und Rainer Nübel
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Bögerl, Maria Bögerl, Thomas Bögerl, erhängt, Selbstmord, Heidenheim

Und wieder stehen Polizeiwagen vor dem Haus von Thomas Bögerl. Gut ein Jahr nach dem Tod seiner Frau hat sich der Heidenheimer Sparkassendirektor erhängt© DPA

Er war verzweifelt und in Tränen aufgelöst. In einer TV-Sendung bettelte Thomas Bögerl vor gut einem Jahr um das Leben seiner Frau Maria, die wenige Tage vorher entführt worden war. Zusammen mit seinen zwei Kindern flehte er die Entführer an: "Bitte helfen sie uns. Ich appelliere an ihre Menschlichkeit. Lassen sie unsere Mama freikommen." Doch der Appell war vergebens, rund drei Wochen später fand man die Leiche der Frau. Diesen Schicksalsschlag hat Thomas Bögerl offenbar nie verwunden. Nun wurde der Direktor der Sparkasse Heidenheim erhängt in seinem Haus gefunden.
Einer der bizarrsten Kriminalfälle der letzten Jahre

Es ist ein weiteres trauriges Kapitel in einem der bizarrsten Kriminalfälle der letzten Jahre. Am 12. Mai 2010 wurde Maria Bögerl aus ihrem Haus in Heidenheim entführt. Der Entführer rief wenig später, um 11.23 Uhr, bei Thomas Bögerl an und verlangte ein Lösegeld in Höhe von 300.000 Euro. Um 13 Uhr solle Bögerl das Geld an einer mit einer Deutschlandfahne markierten Stelle direkt an der Autobahn A7 hinterlegen. "Machen Sie keine Sperenzle", drohte er. Wenn das Geld dort liege, werde die Frau freigelassen. Bögerl gelang es, die Frist bis 14 Uhr zu verlängern.

Bögerl, der sich zu dem Zeitpunkt auf einem Außentermin in der Nachbargemeinde Niederstotzingen befand, schaltete die Polizei ein. Doch nicht - wie üblich - die Beamten besorgten das Lösegeld, sie überließen es Bögerl. Wie der stern und stern.de berichteten, gab es mehrere Verzögerungen bei der Lösegeldbeschaffung, bei der die Polizei ständig involviert war. Das Geld wurde erst gegen 15.30 Uhr von Bögerl am vereinbarten Ort deponiert und nie abgeholt. Die Leiche von Maria Bögerl wurde dann von einem Spaziergänger zufällig gefunden.
Abschiedsbrief ohne Hinweise auf Bögerls Beweggründe

Am Montag um 11.30 Uhr wurde Thomas Bögerl jetzt erhängt im Fitnessraum seines Hauses entdeckt. Seine Haushälterin habe die Leiche gefunden, teilte die Polizei Heidenheim mit. Die bisherigen Ermittlungen in der Wohnung des Verstorbenen hätten keine Indizien ergeben, die gegen einen Suizid sprechen. Er habe einen Abschiedsbrief hinterlassen, aus dem sich keine Hinweise auf seine Beweggründe ergeben. Die Kripo Aalen und die Spurensicherung aus Ulm haben die Ermittlungen übernommen. Denn, sagte ein Sprecher. "Wir wollen es so professionell wie möglich machen." Man wolle die Ermittlungen von denen der Soko "Flagge" trennen, die immer noch nach dem Mörder von Maria Bögerl sucht.
Entsetzen in Heidenheim

Entsetzt reagierten Weggefährten, Freunde und der Arbeitgeber Bögerls. "Mit Bestürzung und Fassungslosigkeit haben wir heute die Nachricht erhalten, dass sich der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Heidenheim, Thomas Bögerl, das Leben genommen hat. Die Mitglieder des Verwaltungsrats, der Vorstand und die Mitarbeiter des Hauses sind zutiefst erschüttert von dieser Mitteilung", heißt es in einer Verlautbarung des Verwaltungsratsvorsitzenden der Bank, Landrat Hermann Mader. "Herr Bögerl hat sich stets mit vollem Einsatz um die Kreissparkasse Heidenheim und unsere Region verdient gemacht. Sein Engagement und Wirken waren herausragend. Er hatte aber in den vergangenen Monaten, wie er selbst mitteilte, nicht die Kraft, sein Amt auszuüben. Auf sein Ersuchen hin haben wir uns mit ihm über eine einvernehmliche Lösung verständigt, in der er in Kürze aus dem Amt geschieden wäre. Umso betroffener sind wir nun von seiner Entscheidung, von uns zu gehen. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt allen voran seiner Familie, die in den zurückliegenden Monaten schon viel Leid ertragen musste."

Heidenheims Oberbürgermeister Bernhard Ilg teilte in einer Pressemitteilung mit: "Wir stehen ratlos und traurig vor dem Schicksal, das Thomas Bögerl und seine Familie um ihr Glück gebracht hat. Unser Beileid gilt den beiden Kindern. Mögen Sie den Zuspruch erfahren, der ihnen Halt gibt, diesen schweren Schlag zu verkraften.
Mitleid mit den beiden hinterbliebenen Kindern

Hans Kotzur ist ein enger Bekannter der Bögerls, seitdem die Familie vor rund zehn Jahren aus Franken nach Heidenheim gezogen ist. Der Anwalt hat von dem Tod seines Freundes aus der Presse erfahren. "Ich bin absolut fassungslos", sagte er zu stern.de. "Ich kann es einfach nicht glauben. Meine Gedanken gelten den Kindern. Sie haben beide Eltern verloren und können doch überhaupt nichts dafür." Thomas Bögerls Verfassung sei seit dem Tod seiner Frau sehr schwankend gewesen, sagte Kotzur. Mal sei es ihm ganz gut gegangen, dann sei er wieder tief deprimiert gewesen. "Ich habe ihn vor einigen Wochen zum letzten Mal gesehen. Da schien er mir jedenfalls nicht suizidgefährdet." Doch die Gerüchte um seine Person hätten Bögerl sehr zugesetzt. "Er hat mir immer gesagt, dass er mit der Entführung seiner Frau nichts zu tun hat. Für mich war es schrecklich, dass ich für ihn nicht mehr tun konnte, als mit ihm zu reden. Denn das Wichtigste wäre es natürlich gewesen, dass der Täter gefunden wird."

Gerhard Kieninger, Bürgermeister von Niederstotzingen, war hautnah dabei, als Bögerl von der Entführung seiner Frau erfuhr und um das Lösegeld kämpfte. Als ihm stern.de die Nachricht von Bögerls Tod überbringt, sagt er: "Ich bin froh, dass ich gerade sitze. Ich bin zutiefst erschüttert. Wer auch immer die Familie Bögerl treffen wollte. Er hat es erreicht, die Familie zu zerstören." Vor einigen Monaten habe er Bögerl zum letzten Mal gesehen, als dieser im Kreistag das Jahresergebnis der Sparkasse präsentierte. "Er hat es sehr geschäftsmäßig vorgetragen, distanzierter als gewöhnlich. Aber er schien absolut engagiert. Es ist wirklich unvorstellbar."

Auch für die Sparkasse Heidenheim. Im Impressum auf der Internetseite der Bank hieß es noch am Abend: "Vorsitzender des Vorstandes: Thomas Bögerl".

http://www.stern.de/panorama/entsetzen- ... 04998.html
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Re: 2010-Entführungs- und Tötungsdelikt an Maria Bögerl

Ungelesener Beitrag von Patty » So 14. Dez 2014, 13:43

Mordfall Bögerl Von rund 100 Männern fehlen Proben
SIR/dpa, 12.12.2014 15:16 Uhr
Mit einem DNA-Massentest will die Polizei dem Mörder von Maria Bögerl doch noch auf die Spur kommen. Bislang haben die Ermittler aber noch keine heiße Spur. Rund hundert DNA-Proben fehlen noch.

Seit fast fünf Jahren ist der Mord an Maria Bögerl ungeklärt. Foto: dpa

Seit fast fünf Jahren ist der Mord an Maria Bögerl ungeklärt.Foto: dpa

Neresheim - Die DNA-Massentests im Mordfall Maria Bögerl haben laut Polizei noch nicht zu einer heißen Spur geführt. Bislang hätten rund 97 Prozent der angeschriebenen Männer Speichelproben abgegeben, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Mehrere Medien hatten zuvor darüber berichtet. Von den ausgewerteten Proben habe allerdings keine Ähnlichkeiten mit den Spuren aufgewiesen, die die Beamten in der Wohnung und im Auto des Mordopfers gefunden hatten.

Derzeit fehlten noch Proben von rund 100 Männern. „Wir versuchen im Moment, die Personen wiederzufinden“, sagte der Sprecher. Da ein Großteil der Männer verzogen oder aus anderen Gründen nicht erreichbar sei, seien die Ermittlungen sehr aufwändig und bräuchten einige Zeit. Im Februar hatten an einem ersten Massengentest rund 3300 Männer teilgenommen, in einem zweiten Test im August kamen Proben von mehreren hundert Männern zusammen.

Die Frau des früheren Heidenheimer Sparkassenchefs, Thomas Bögerl, war vor mehr als vier Jahren entführt worden. Eine Lösegeld-Übergabe scheiterte. Anfang Juni 2010 fand ein Spaziergänger die Leiche der 54-Jährigen an einem Waldrand bei Heidenheim. Bögerl war erstochen worden. Die Suche nach dem Täter verlief bisher erfolglos.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/i ... d7f1a.html
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mit Aktenzeichen xy Aufruf

Ungelesener Beitrag von senia54 » So 14. Dez 2014, 15:44

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Re: 2010-Entführungs- und Tötungsdelikt an Maria Bögerl

Ungelesener Beitrag von Patty » So 14. Dez 2014, 16:49

Quelle: ZDF drehscheibe deutschland

Wir müssen von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen und warten, bis unsere Seelen uns wieder eingeholt haben. (Indianische Weisheit)

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Neuer Zeuge

Ungelesener Beitrag von Patty » Di 3. Feb 2015, 21:16

Hoffnung für Ermittler
Zeuge will Mörder Bögerls kennen

Im Mordfall Maria Bögerl hat sich bei der Staatsanwaltschaft Ellwangen ein mutmaßlicher Zeuge gemeldet, der die Täter kennen will. Ob er die Behörden weiterbringt?

Neuer Zeuge im Mordfall Bögerl

Führt der neue Zeuge die Ermittler zu den Mördern Maria Bögerls?

"Der Zeuge ist uns schon länger bekannt", sagte der Ellwanger Staatsanwalt Jens Weise am Dienstag. Er bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. "Wenn der Zeuge sachdienliche Hinweise liefert, werden wir ihnen nachgehen."

Weitere Details wollte Weise aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Dies gilt auch für den im Zeitungsbericht genannten Aufenthaltsort des mutmaßlichen Zeugen. Er solle sich wohl im Ausland aufhalten, so der Ellwanger Staatsanwalt. Wo genau, wisse die Behörde nicht. Im Zeitungsbericht war von den Niederlanden die Rede.
Seriosität des Zeugen wird geprüft

Weiter hieß es dort, der Zeuge sei nur zu einer Aussage in Deutschland bereit, wenn man ihm beim Strafmaß in einem Untreue-Verfahren entgegenkomme. Auch dazu wollte sich die Staatsanwaltschaft Ellwangen nicht äußern. Man könne keine Zusagen zu anderen Strafverfahren machen, sagte Weise.

Auch die Ulmer Polizei bestätigte den Zeitungsbericht, hielt sich aber ebenfalls bedeckt. "Die Ermittlungen laufen", sagte ein Sprecher. Inwieweit der Zeuge seriös sei, und wie man diese Sache bewerten müsse - das laufe gerade.

Maria Bögerl war vor mehr als viereinhalb Jahren in Heidenheim entführt und ermordet worden. Die Suche nach einem Täter verlief bislang erfolglos. Mehrere DNA-Massentests ergaben keine heiße Spur. Sieben Monate lang führte zudem ein 41 Jahre alter Mann die Ermittler mit falschen Informationen hinters Licht, um an die ausgesetzte Belohnung zu kommen. Das Landgericht Ellwangen im Ostalbkreis verurteilte den Mann deshalb Ende Oktober zu zwei Jahren Haft auf Bewährung.

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/b ... 48/6sypzy/
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zum 3x in Aktenzeichen XY mit neuen Details

Ungelesener Beitrag von senia54 » Sa 14. Feb 2015, 01:48

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Neuer Zeuge

Ungelesener Beitrag von Patty » Mo 16. Feb 2015, 19:14

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/i ... 3a8e6.html

Mordfall Maria Bögerl Hält der neue Zeuge, was er verspricht?
SIR/dpa, 16.02.2015 15:54 Uhr
Seit sich ein angeblicher Zeuge aus dem Ausland gemeldet hat, ist wieder Bewegung im Mordfall Bögerl. Der Mann will die Täter kennen und soll über seinen Anwalt Hinweise angeboten haben. Die Soko hält sich bedeckt.

Im April 2012 durchsuchen Beamte ein Waldgebiet bei Nietheim. Ein angeblicher Zeuge bringt derzeit Bewegung in den ungelösten Mordfall Maria Bögerl. Foto: dpa

Im April 2012 durchsuchen Beamte ein Waldgebiet bei Nietheim. Ein angeblicher Zeuge bringt derzeit Bewegung in den ungelösten Mordfall Maria Bögerl.Foto: dpa

Ulm/Ellwangen - Es ist nicht einfach, mit den Ermittlern über den Mordfall Maria Bögerl zu sprechen. Polizei und Staatsanwaltschaft geben sich schon lange wortkarg. Sie bedenken jedes Wort, verneinen, blocken ab. Seit fast fünf Jahren ermittelt eine Sonderkommission in dem Fall - ohne heiße Spur. Schlagzeilen machte jüngst ein Mann, der sich über die „Bild“-Zeitung als Zeuge anbot. Er will die Mörder kennen - zwei sollen es gewesen sein, einer von ihnen angeblich ein Informant der Polizei. Und vor allem: Die Beamten sollen gewarnt worden sein vor der grausamen Tat.

Am 12. Mai 2010 wird die Frau des früheren Heidenheimer Sparkassenchefs Thomas Bögerl aus ihrem Haus entführt. Die Täter verlangen 300.000 Euro, die Übergabe des Lösegelds scheitert. Anfang Juni findet ein Spaziergänger die verweste Leiche der 54-Jährigen an einem Waldrand bei Heidenheim.

Bögerl, zweifache Mutter, wurde erstochen. Ein Jahr danach erhängt sich ihr Ehemann im Keller. Zuvor geriet er selbst in Verdacht, in den Fall verwickelt zu sein.

Zu den Behauptungen des neuen Zeugen wollen die Ermittler nichts sagen. Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Ellwangen bestätigt aber: „Wir hatten Kontakt in den vergangenen Tagen.“
Spur des Zeugen führt nach Augsburg

Die Spur des Mannes führt ins bayerische Augsburg - und seine Vorgeschichte dämpft die Hoffnung auf entscheidende Hinweise. Die Augsburger Staatsanwaltschaft berichtet von einem 46-Jährigen, gegen den ein Verfahren wegen Vermögensdelikten läuft.

Demnach ist der Mann ein Trickbetrüger. Er soll Familie und Bekannte mit Mogeleien und falschen Versprechen um mehr als 150.000 Euro geprellt haben. „Er hat Dinge versprochen, wie man aus Geld mehr Geld machen kann“, sagt Behördensprecher Matthias Nickolai. Der 46-Jährige habe deshalb mehrere Wochen in Augsburg im Gefängnis gesessen, sein Verfahren laufe weiter.

Berichten zufolge steckt er gerade in den Niederlanden. Über seinen Anwalt soll der Mann Hinweise zum Fall Bögerl angeboten haben.

Er will einen Deal. Seine Vorstellung: Er hilft im Fall Bögerl, die Behörden kommen ihm in seinem Untreue-Verfahren entgegen. Für die Staatsanwaltschaft Augsburg ist das nicht verhandelbar. „Es gibt in unserem Verfahren im Hinblick auf eine angekündigte Aussage weder einen Deal noch eine Absprache“, sagte Nickolai.

„Und es wird auch keine geben.“ Zwar sei es normal, bedeutsame Aufklärhilfe gegebenenfalls bei der Strafzumessung in einem anderen Verfahren zu berücksichtigen. „Aber das ist alles total hypothetisch.“

Die Ermittler haben schon einmal schlechte Erfahrungen mit einem Informanten gemacht. Sie gingen dem damals 40-Jährigen auf den Leim. Der Mann hatte die Soko nach einer Folge der TV-Sendung „Aktenzeichen XY“ im Herbst 2012 über sieben Monate lang hinters Licht geführt und Tausende Euro dafür kassiert. Er bekam schließlich zwei Jahre Haft auf Bewährung.
"Eine Spur von vielen"

Auch deshalb dürften mögliche Hinweise des neuen Zeugen kritisch beäugt werden. Die Ermittler wollen aber eh nicht nur auf ein Pferd setzen. Sie versuchten zwar, den Mann persönlich zu vernehmen, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Ellwangen. Aber: „Das ist eine Spur von vielen, denen wir nachgehen.“

Das Amtsgericht Ellwangen macht nun zum Beispiel Druck bei den Gen-Tests. Im Auto von Bögerl hatte die Polizei DNA-Spuren entdeckt - mutmaßlich von den Entführern. Nach freiwilligen - und ergebnislosen - Massentests im vergangenen Jahr in Neresheim (Ostalbkreis) und Giengen an der Brenz (Kreis Heidenheim) fehlen immer noch Proben von rund 100 Männern. Das Gericht droht verdächtigen Verweigerern nun mit Zwang zur Speichelabgabe.

Ob der Fall nach all dieser Zeit doch noch gelöst wird? Vor vielen Monaten kursierten bereits Gerüchte, dass die Akte Bögerl geschlossen werden soll. Aber noch wollen die Ermittler nicht aufgeben: Die Soko „Flagge“ zählt laut Ulmer Polizei immer noch rund 20 Mann.
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Zeuge vernommen

Ungelesener Beitrag von Patty » Mi 18. Feb 2015, 16:11

Der Mord an der Bankiersgatttin Maria Bögerl in Heidenheim ist einer der rätselhaftesten Kriminalfälle der vergangenen Jahre. Die zweifache Mutter wurde vor fast fünf Jahren entführt und umgebracht. Bis heute ist unklar, wer hinter der Tat steckt.

Vor kurzem meldete sich nun ein Zeuge, der behauptet, die Mörder zu kennen. Er hatte nach Informationen unserer Redaktion längere Zeit in Augsburg gelebt. Hier läuft derzeit zudem ein Strafverfahren wegen Untreue gegen ihn.

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Der Mann sagt, es seien zwei Täter gewesen, die am 12. Mai 2010 die Ehefrau von Thomas Bögerl, dem Vorstandschef der Kreissparkasse Heidenheim, aus dem Wohnhaus der Familie entführten und sie später ermordeten.

Zunächst hatten die Täter per Telefon Lösegeld gefordert, doch die Übergabe scheiterte. Die an der Autobahn A 7 deponierten 300000 Euro wurden nie abgeholt. Drei Wochen später fand man die Leiche der Frau in einem Waldstück ganz in der Nähe.

Der Zeuge behauptet jetzt: Einer der Täter sei ein eine sogenannte vertrauliche Person der Polizei. Dabei handelt es sich in der Regel um Personen aus dem Kriminellenmilieu, welche die Ermittler mit Informationen versorgen. Zudem, so seine Darstellung, sei die Polizei damals gewarnt gewesen.

Stimmt das? Und was weiß der Mann tatsächlich? Der mysteriöse Zeuge wurde jetzt von den Ermittlern ein zweites Mal vernommen. Die Kriminalpolizei in München habe am Dienstag mit dem Mann gesprochen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Ellwangen am Mittwoch. Zu den Inhalten machte er keine Angaben.

Die Aussagen des Zeugen würden nun abgeklärt und überprüft. Dies könne einige Tage bis Wochen in Anspruch nehmen. Der Mann war zuvor schon einmal in Baden-Württemberg vernommen worden.

Spricht man mit Ermittlern in Augsburg, die den Mann kennen, ist allerdings viel Skepsis zu spüren. Der Mann sei, so die Einschätzung, doch eher ein notorischer Betrüger. Und seine Glaubwürdigkeit sei dementsprechend.
Polizei geht davon aus, dass Täter aus der Nähe von Heidenheim stammen

Bei der Kripo geht man bisher davon aus, dass der oder die Täter im Mordfall Bögerl aus der Nähe von Heidenheim stammen. Ein Erpresser hatte sich damals am Telefon mit „Schmid“ gemeldet, sprach schwäbischen Dialekt und verwendete die Formulierung „machen Sie keine Sperenzchen“.

Der Fall Bögerl ist besonders tragisch. Im Zuge der Ermittlungen geriet auch Ehemann Thomas Bögerl zeitweise in Verdacht – zu Unrecht. Er nahm sich im Juli 2011 das Leben.
...
Kripo vernimmt mysteriösen Zeugen aus Augsburg noch einmal - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/aug ... 05482.html

http://www.augsburger-allgemeine.de/aug ... 05482.html
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Führt Handy eines Wärters zum Täter?

Ungelesener Beitrag von senia54 » Sa 21. Feb 2015, 22:53

Die Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenig Brücken

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Ermittler erzwingen Speichelproben

Ungelesener Beitrag von Patty » Do 5. Mär 2015, 20:45

Fall Bögerl: Ermittler erzwingen Speichelproben

Zwischenstand bei den Ermittlungen im Mordfall Bögerl: Die Behörden üben sich weiterhin in jahrelang geübter Zurückhaltung, doch gibt es Anzeichen, dass man sich mit der beim Massengentest bisher erzielten Quote noch nicht zufrieden geben wird. Die Ermittler überlegen, weitere Zwangsmaßnahmen zu beantragen.
Erwin Bachmann | 02.03.2015 1 1 0

Offiziell bestätigt wird, dass die jüngst vom Amtsgericht Ellwangen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ellwangen ergangenen Beschlüsse inzwischen vollzogen sind, mit denen eine Reihe von DNA-Verweigerern aus Neresheim Zwangsmaßnahmen angedroht worden waren. Zum Ablauf und zum Ergebnis dieser Aktion werden keine Angaben gemacht, da es sich um Ermittlungs-Details handele: Dazu zählen die Behörden auch die weiterhin unter Verschluss gehaltene Zahl der Männer, die jetzt auf gerichtlichem Wege ultimativ aufgefordert worden waren, eine Speichelprobe abzugeben.

Nach Informationen unserer Zeitung hat allein schon die Androhung Wirkung gezeigt, die Daumenschrauben anzuziehen. So musste in keinem Fall körperliche Gewalt angewendet werden, um zu dem gewünschten Biomaterial zu kommen. Will heißen: Unter dem unmittelbaren Eindruck, letzten Endes über eine erzwungene Blutprobe mit ins Boot der DNA-Spender genötigt zu werden, ergaben sich alle formal als Tatverdächtige geführten Probanden ihrem Schicksal und machten doch noch aus freien Stücken den Mund auf, um so den Weg zu einem Speichelabstrich frei zu machen.

Während die entnommenen Proben in einem Stuttgarter Labor untersucht, also mit der vorliegenden mutmaßlichen Täter-DNA abgeglichen werden, prüfen die Ermittlungsbehörden offenbar, ob gegen noch mehr der rund 100 verbliebenen Testverweigerer aus Neresheim ein richterlicher Beschluss zur zwangsweisen Teilnahme am Massengentest beantragt werden soll. Demnach hat die Soko „Flagge“ noch weitere Kandidaten auf der Liste, die kein absolut sicheres Alibi nachweisen können, zudem durch zusätzliche Indizien belastet sind, so dass aus juristischer Sicht ein für die Zwangsuntersuchung notwendiger Anfangsverdacht unterstellt werden kann.

Weiterhin offen ist die Frage, wie die Staatsanwaltschaft Ellwangen Aussagen eines erstmals am 8. Februar in Stuttgart und wenig später von der Mordkommission in München vernommenen Zeugen bewertet. Der Mann soll laut Medienberichten vorgeben, von der geplanten Entführung Maria Bögerls durch einen Mithäftling im Knast erfahren und die Polizei seinerzeit gewarnt zu haben, darüber hinaus den Mörder zu kennen. Ob man mit diesem sich offenbar im Ausland aufhaltenden Hinweisgeber weiterhin in Kontakt steht, lässt Armin Burger als Sprecher der ermittlungsführenden Staatsanwaltschaft unbeantwortet. Auf Anfrage wird nur wiederholt, was auch schon vor Wochen verlautbart worden ist: „Wir gehen den Angaben des Zeugen nach.“

Damit bleibt auch offen, ob die Polizei die den Behörden vorliegende DNA des besagten Mithäftlings inzwischen mit der im Auto Maria Bögerl sichergestellten DNA abgeglichen worden ist – und ob angebliche Aussagen des Zeugen verifiziert sind, wonach der Mithäftling seinerzeit über das Handy eines Justizvollzugsbeamten regelmäßig Kontakt zu einem Komplizen draußen gehabt haben soll.

http://www.swp.de/heidenheim/lokales/he ... 93,3078845
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Patty
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Keine neue Spur

Ungelesener Beitrag von Patty » Fr 1. Mai 2015, 14:09

Ellwangen
Fall Bögerl: Fünf Jahre danach - immer noch keine Spur

12. Mai 2010. Bei einem der damals alarmierten Polizisten hat sich das Datum regelrecht eingebrannt. „Nie hätte ich gedacht, dass der Fall derart lange ungelöst bleibt,“ sagt er fast fünf Jahre danach – zu einem Zeitpunkt, an dem die Ermittler unverändert weit von der Aufklärung entfernt sind.
erwin bachmann | 23.04.2015

Früher am Tatort, jetzt vor Aktenbergen: Die mühsame Arbeit am Fall Bögerl hält für die Polizei an.

Foto: Foto: Archiv/kdk

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Früher am Tatort, jetzt vor Aktenbergen: Die mühsame Arbeit am Fall Bögerl hält für die Polizei an.

Bis heute hat nichts entscheidend weitergeholfen. Keiner der 10 156 Spuren, die von den Spezialisten der Soko „Flagge“ im Laufe der zurückliegenden fünf Jahre aufgenommen worden sind, hat das gehalten, was sie vielleicht einmal versprochen hat. Stand heute: Keine greifbaren Ermittlungsansätze, nichts, was auf eine heiße Spur hindeutet, nicht einmal auf eine lauwarme.

Weil also auch kurz vor dem Jahrestag der Entführung in der Sache nichts essenziell Neues zu verkünden ist, hat sich die Staatsanwaltschaft Ellwangen bei ihrer gestrigen Jahres-Pressekonferenz bemüht, den fragenden Journalisten wenigstens ein bisschen Statistik aufzutischen. Was durchaus auch für ein Aha-Erlebnis sorgt, vermag Presse-Staatsanwalt Armin Burger doch geradezu Unglaubliches zu präsentieren. Nach seinen Angaben braucht es rund 25 Terabyte, um all die bislang elektronisch gesammelte Datenmenge zu speichern, und weil das vielen nicht griffig genug ist, hat er diese gigantische Zahl von einem EDV-Fachmann umrechnen lassen und kam auf folgendes Bild: Wollte man das Ganze auf DIN-A4-Blätter ausdrucken und legte man diese übereinander, käme man auf einen Turm mit 270 Kilometer Höhe. Kaum zu glauben, eher schon – obwohl auch das eine Menge Holz ist –, dass die tatsächlich händisch geführten, in normale Leitz-Ordnern steckenden kriminalpolizeilichen Spurenakten, die neben den Hauptakten geführt werden, ein 20 Meter langes und zwei Meter hohes Regal füllen.

Momentan sind nach Angaben der Ellwanger Ermittlungsbehörde 30 sogenannte Sachverhalte in Bearbeitung, die aus der gesamten Spurenlage resultieren. Ein solcher Sachverhalt stellt beispielsweise der um den Anfang des Jahres neu aufgetauchten Zeugen aus dem Augsburger Raum dar, der angegeben hat, den oder die Täter zu kennen. Das behauptet dieser 46-jährige Mann offenbar bis heute, doch Beweise dafür gibt es bislang nicht, wohl nicht mal Indizien. Zweimal ist er vernommen worden und hat dabei nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwalts Andreas Freyberger durchaus interessante Hinweise gegeben, die aber im Fall selbst nicht weitergeführt haben. Angaben hat er übrigens auch dann noch gemacht, als ihm klar geworden ist, dass sich die Ellwanger Behörde nicht auf einen von ihm gewünschten Deal einlassen würde, er also in einem gegen ihn gerichteten Betrugsverfahren keinen Vorteil bei der zu erwartenden Strafzumessung erwarten kann.

Was ihn sonst geritten haben könnte, im Fall Bögerl den Finger zu heben, ohne doch zielführend in eine klare Richtung weisen zu zu können, weiß man nicht. Vielleicht die auf die Aufklärung ausgesetzte Belohnung? Auch die Staatsanwaltschaft rätselt, belässt es aber nicht dabei, sondern konzentriert sich auf noch teilweise offene Ermittlungsschritte und nimmt um die Hauptzielperson kreisende „gewisse Umfeldermittlungen“ vor. Und bevor diese nicht abgeschlossen sind, will man denn noch immer nicht den bitteren Schluss ziehen, dass man von dem Hinweisgeber, der jetzt nicht mehr befragt wird, an der Nase herumgeführt, ja regelrecht geblufft worden sei. Die Hoffnung freilich ist gering, dass da noch etwas herauskommt, doch hat man bei der Staatsanwaltschaft durchaus gelernt, sich an jeden Strohhalm zu klammern und auch an einen Kollegen namens Kommissar Zufall zu glauben.

Klar setzt man bei der Staatsanwaltschaft vorzugsweise auf das eigene Können, das man auch außerhalb der eigenen Sonderkommission anzapft. So wird man nach gestrigen Angaben von Pressesprecher Burger jetzt erneut die operative Fallanalyse-Einheit des Landeskriminalamtes einschalten. Dort sitzt ein Team von landläufig als Profiler bezeichnete Experten, die sich den Fall nach aktueller Faktenlage noch einmal gesamthaft ansehen sollen. Diese Fallanalytiker waren bereits im Anfangsstadium der Ermittlungen eingeschaltet worden, um auf der Basis der bis dahin gesammelten kriminalistischen Erkenntnisse anhand von Indizien, Tatortspuren und Umständen des Verbrechens Tatmuster erkennen und auf das Täter-Verhalten schließen zu können.

Hinsichtlich der DNA-Spuren scheint man das Ende der Fahnenstange so gut wie erreicht zu haben. Von Neresheimer Männern liegen derzeit 2944, aus Giengen 674 Speichelproben vor, was einer Quote von 96 bis 98 Prozent entspricht. Insgesamt sind 23 Beschlüsse zur zwangsweisen Erhebung einer DNA-Probe ergangen, von denen bis dato 19 umgesetzt sind. Sechs dieser Proben sind inzwischen ausgewertet, „alle negativ“, wie Armin Burger sagt, der es jetzt noch mit 233 DNA-Verweigerern zu tun hat, die aber alle aus dem Schneider sind: „Weitere Zwangsmaßnahmen sind im Moment nicht zu erwarten.“

Bleibt die Frage, was mit der Soko „Flagge“ geschieht. Nach Lage der Dinge soll sie mit 13 Mann weiterarbeiten, , zumindest bis Jahresende. In welcher Organisationsstruktur die Ermittlungen dann weitergeführt werden ist noch offen. Denkbar ist der Übergang in eine kleinere Ermittlungsgruppe oder die Weiterbearbeitung im Rahmen des normalen Geschäftsgangs der Polizei. Doch bis dahin gilt, was Armin Burger so formuliert: „Solange es Ermittlungsansätze gibt, wird weiter ermittelt.“ Und weil's die offensichtlich gibt, wird der Papierberg weiter wachsen.

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Re: 2010-Entführungs- und Tötungsdelikt an Maria Bögerl

Ungelesener Beitrag von Patty » Di 12. Mai 2015, 15:12

Heute vor 5 Jahren wurde Maria Bögerl entführt.

http://www.t-online.de/nachrichten/pano ... ahren.html
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600.000 neue Datensätze werden derzeit ausgewertet

Ungelesener Beitrag von Patty » So 8. Nov 2015, 19:43

Mordfall Bögerl in Heidenheim Soko "Flagge" wertet neue Handydaten aus

Fünfeinhalb Jahre nach dem Fall Bögerl gibt es immer noch keine heiße Spur. Jetzt hofft die Polizei dem Täter über Handydaten auf die Spur zu kommen. Die Ermittlungen gehen weiter.

Montage aus Bild von Maria Bögerl und eines Polizeiautos

Vor fünfeinhalb Jahren wurde Maria Bögerl entführt und wenig später ermordet

"Es ist einer der schwierigsten Fälle überhaupt", sagt Thomas Friedrich gegenüber dem SWR. Er ist seit Anfang des Jahres Soko-Leiter in Ulm und berichtet über die aufwändige Ermittlungsarbeit, die derzeit weiter auf Hochtouren läuft.
Handydaten auswerten

Im Moment hoffen die Ermittler, dass sie dem Mörder Maria Bögerls über Handydaten auf die Spur kommen. 600.000 neue Datensätze werden derzeit ausgewertet. Durch technische Neuerungen sei es mittlerweile möglich, diese anders auszuwerten als vor fünfeinhalb Jahren, so Thomas Friedrich. Einen Tatverdächtigen hat die Soko nach wie vor nicht, aber sie ist sich sicher die DNA vom Täter zu besitzen.
Bundesweit einzigartige Ermittlergruppe

Die Soko "Flagge" ist bundesweit einzigartig, keine andere Ermittlergruppe sucht in Deutschland mit so viel Personal und seit so langer Zeit nach einem Mörder. Bis zu 60 Personen würden derzeit monatlich von der Polizei zum Fall Maria Bögerl befragt, so Thomas Friedrich. Die Frau des Heidenheimer Sparkassenchefs wurde vor fünfeinhalb Jahren in Heidenheim entführt und wenig später ermordet aufgefunden. Ende des Jahres heißt die Ermittlergruppe zwar nicht mehr Soko "Flagge" , aber die Arbeit geht weiter, so der Beamte. Auch über den Jahreswechsel hinaus bleibe man dem Täter auf der Spur.

Stand: 6.11.2015, 9.10 Uhr

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/b ... 2/1ky2esl/
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