Wenn ältere Menschen oder Personen mit Demenz vermisst werden, steht jede Suchaktion unter enormem Zeitdruck. Es besteht akute Gefahr von Dehydrierung, Sturzverletzungen oder Unterkühlung.
Bei einer Demenzerkrankung schwindet das Kurzzeitgedächtnis, während weit zurückliegende Erinnerungen hochgradig aktiv sind. Betroffene laufen nicht „einfach so“ weg, sondern sie folgen einer inneren Logik, die in ihrer eigenen Vergangenheit liegt. In der Fachwelt spricht man hierbei von der sogenannten „Hinlauftendenz“ oder dem „Wandertrieb“.
Hier finden Sie die wichtigsten psychologischen Fakten, typische Suchorte und Bewegungsmuster, die bei einer Suche lebensrettend sein können.
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Menschen mit Demenz wollen meistens an einen Ort, der ihnen früher Sicherheit gegeben hat. Prüfen Sie bei einer Suche sofort folgende Bereiche:
* Orte der Kindheit & Jugend: Das frühere Elternhaus, die alte Schule oder der Heimatort (selbst wenn dieser Hunderte Kilometer entfernt liegt).
* Frühere Arbeitsstätten: Der Drang, „zur Arbeit zu gehen“, ist oft tief verwurzelt. Sie suchen die alte Fabrik, das Büro, das Feld oder das Geschäft auf, weil die innere Uhr ihnen sagt, dass es Zeit für die Schicht ist.
* Haltestellen & Bahnhöfe: Sie suchen gezielt nach Bussen oder Zügen, um an die oben genannten Orte ihrer Vergangenheit zu gelangen.
* Ehemalige Wohnungen: Adressen, an denen sie vor 20, 30 oder 40 Jahren einmal gelebt haben.
* Friedhöfe: Die oft unbewusste Suche nach bereits verstorbenen Ehepartnern oder Eltern.
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Suchmannschaften (wie Rettungshundestaffeln oder die Polizei) nutzen statistische Verhaltensmuster von dementen Personen, um das Suchgebiet einzugrenzen:
* Der Blick nach unten: Demente Menschen schauen beim Gehen oft starr auf den Boden direkt vor sich. Dadurch übersehen sie Straßenschilder, Ampeln oder vertraute Personen komplett.
* Geradeaus-Läufer: Viele Betroffene laufen so lange starr geradeaus, bis sie auf ein unüberwindbares Hindernis (Hecke, Zaun, Mauer, dichter Wald) stoßen. Sie überwinden dieses meist nicht, sondern folgen dann einfach der Linie des Hindernisses.
* Schutz bei Erschöpfung (Verstecken): Wenn die Kräfte nachlassen, suchen sie instinktiv Schutz an engen, wettergeschützten Orten. Suchen Sie Gebüsche, offene Gartenlauben, Garagen, Scheunen, Kellerabgänge oder Vordächer in der Umgebung akribisch ab! Dort sind sie im Vorbeifahren leicht zu übersehen.
* Fehlendes Gefahrenbewusstsein: Autobahnen, Bahngleise oder Gewässer (Flüsse, Teiche) werden nicht als Gefahr wahrgenommen. Demente Personen laufen oft ohne Scheu direkt darauf zu.
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Für Angehörige und Helfer gibt es hervorragendes, kostenloses Infomaterial zum Download:
Sollte eine demente Person aus Ihrem Umfeld vermisst werden, wählen Sie sofort den Notruf der Polizei (110)! Weisen Sie ausdrücklich auf die Demenzerkrankung und die Orientierungslosigkeit hin. Es gibt bei dementen Personen KEINE 24-Stunden-Wartezeit für eine Vermisstenanzeige!